Weihnachtskalender 2021-4

Kapitel 2: Unterwegs

 

Ab dem Sommer 2013 begannen sich die Dinge zu überschlagen. Zunächst gab es einen Blitzbesuch in Canada, der in keiner Weise geplant war. Ich habe dabei gelernt, wie das, was als „normal“ gilt, einfach überschritten werden kann. Und es hat mich gelehrt, wie schnell man etwas loslassen und Entscheidungen treffen kann, die sehr einschneidend sind… Das sollte für die nächsten Jahre überaus wichtig werden.

Es war späterer Nachmittag an diesem achten August, als ich eine email aus Canada erhielt, in der noch einmal daran erinnert wurde, dass das Siebziger-Fest für eine meiner besten Freundinnen in Vancouver am Freitag stattfinden würde. Sie wisse nichts davon und man solle zu einer bestimmten Zeit am Strand erscheinen. Ich überlas das Ganze und ging wieder an die Arbeit.

Doch es sollte nicht lange dauern, da hörte ich es in meinem Hinterkopf flüstern: „Du wirst nach Canada fliegen“. Ich murmelte halblaut vor mich hin, so als würde jemand neben mir sitzen, der gerade etwas Unerhörtes gesagt hat: „Ganz bestimmt nicht!“. Dann war es wieder ruhig. Doch schon kurz danach war es wieder da. Und wieder und immer wieder. Entnervt liess ich nach einiger Zeit den Schreibblock sinken und setzte mich an den Computer. Es war nun bereits Abend geworden, Mittwoch-Abend.

„Könntest du mir bitte schauen, ob es noch einen Flug von Wien nach Vancouver gibt, mit Ankunft Freitag mittags – nur so“ wollte ich von jenem wissen, der auch bei der nächsten Reise eine wichtige Rolle spielen sollte. Und ich wollte damit eigentlich nur bestätigt bekommen, dass ein solches Unterfangen völlig unmöglich ist.

Umgehend kam die Antwort: „Es gibt einen einzigen Flug und der geht morgen um neun Uhr früh von Wien ab!“. Vielen Dank, damit ist alles klar, dachte ich. Das ist unmöglich zu schaffen, zudem zu teuer und einfach völlig verrückt. Wieder wollte ich zurück an meine Arbeit gehen, doch jetzt begann es zu hämmern und dröhnen in meinem Kopf. „Mach schon, setze dich in Bewegung“, hiess es. Aber ich war wie erstarrt.

Als letzten Ausweg versuchte ich noch eines: Ich setzte mich hin, um mich zu konzentrieren und von „höherer Stelle“ eine Antwort zu erhalten. Doch so schnell konnte ich gar nicht schauen, da war ich aus dieser Stille wieder heraus katapultiert mit den Worten: „Los, buchen!“. Wie ferngesteuert setzte ich mich an den Computer und buchte den Flug. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits acht Uhr abends. Ich versuchte, meine Fassung zu wahren und einfach einen Schritt nach dem anderen zu machen: Packen, Papiere ausdrucken, Aufräumen, Haus abschliessen… um mich kurz nach zehn Uhr in das Auto zu setzen, das ich mir zufällig für ein paar wenige Wochen ausleihen konnte, zu-fällig. Das Fahren tat gut, denn es brachte mich wieder ein wenig zur Ruhe.

Zwölf Stunden zuvor war ich nichts-ahnend in die Stadt gefahren und ich war froh, dass ich beim Einkaufen wie nebenbei ein Geschenk für diese Freundin mitgenommen hatte, da ihr Geburtstag nicht mehr fern war und die Post bis Canada doch etwas länger brauchen würde. Ihr Geburtstag war eigentlich später im August, das Fest aber aufgrund der Urlaubszeit früher angesetzt worden.

Ich sollte vielleicht auch erwähnen, dass mir am Tag davor mitten am sonnigen Nachmittag eine Fledermaus vor die Füsse gefallen war und ich mich gewundert hatte, was das wohl bedeuten würde… Bei Fledermäusen geht es um Übergänge und Einweihungen. Und wenn ich es vom heutigen Standpunkt aus betrachte, dann war diese Reise nach Canada im Bezug auf das, was danach kam, tatsächlich eine Art Einweihung.

Nach Mitternacht war ich dann in Wien angekommen… und um sieben Uhr früh befand ich mich bereits am Flughafen. Als wir kurz danach Richtung Amsterdam abflogen, versuchte ich immer wieder in mich hinein zu spüren, ob das denn nun Wirklichkeit sei oder ein Traum. „Aber, was ist der Unterschied?“ fragte ich mich selber. „Es ist auch egal. Momentan fliege ich Richtung Canada. Und alles weitere wird sich zeigen!“. Damit lehnte ich mich entspannt zurück, zumindest für die nächsten Stunden. Ich sah den Film „Leben des Pi“ und fühlte mich darin bestätigt, dass Traum und Wirklichkeit nur eine Frage der Wahrnehmung sind.

In Canada angekommen, war die Spannung gross. Einen Tag lang musste ich mich noch versteckt halten, um das Geheimnis zu wahren. Das Fest begann, und als die Jubilarin am Strand ankam, erwartete sie eine grosse Gruppe von Menschen und ein riesiges Buffet. Sie kam aus dem Staunen kaum heraus, denn man hatte ihr etwas von einem Schwimmnachmittag mit ihrer Familie gesagt und dass es ein kleines Picknick gäbe.

Ich sass am hinteren Ende des Buffets, eingehüllt in ein grosses Tuch. Und man holte sie näher heran an diesen „Special guest“ – den Gast den Tages. Was sie mit ihm tun solle, fragte sie? „Soll ich mit ihm reden?“. Nein, war die einstimmige Antwort. Nun, dann blieb wohl nur eines: Ihn enthüllen. Damit zog sie mir das Tuch über den Kopf… dann war da ein Aufschrei und die Freude war überaus gross. Unzählige Male sollte sie es dann in den darauffolgenden Tagen allen möglichen Bekannten und Freunden erzählen.

Es gab danach noch viel zu feiern, denn in diesem Jahr hatten gleich mehrere meiner Freunde in Vancouver ihren Siebziger. Ich war sehr berührt von der Wiedersehensfreude und der Dankbarkeit, die mir entgegen gebracht wurde, weil ich einfach gekommen war. Zwei Wochen lang hatten wir eine gute Zeit. Ein Sommer in Canada ist anders, als die langen Winter, die ich bisher dort verbracht hatte.

Ich wurde dann auch noch hinauf auf meine „Heimatinsel“ eingeladen und zwar per Flug mit einem Wasserflugzeug. Der dauert eine Stunde lang und es war wunderschön, über das Meer und sein dichtes Inselreich zu fliegen. Zwei Tage lang blieb ich dort, und ich wurde auf allen Ebenen verwöhnt. Noch einmal tauchte ich in die Kraft einer Welt ein, die längst verblasst ist und die dennoch hier so machtvoll durchscheint.

Natürlich hatte ich immer wieder auch alle Hände voll zu tun, denn wenn ich schon einmal da war, dann konnte ich mir gewisse Probleme gleich direkt anschauen, Sitzungen machen und was sonst noch alles wichtig war. Die Reise endete damit, dass einige Freunde mir Geld überreichten und mir der Flug somit fast gar nichts kostete. Erschöpft, aber zufrieden, kehrte ich zurück.

Im kommenden Jahr bestätigte sich dann, wie gut die schnelle Entscheidung war, zu diesem Fest zu fliegen, denn ich sollte einige meiner Freunde dann nicht mehr wieder sehen und andere in einem viel schlechteren gesundheitlichen Zustand.

Mein Rückflug ging unbeabsichtigter Weise über die USA. Vor meiner Reise habe ich diesen Abschnitt gar nicht wahrgenommen. Es war auch keine Zeit dafür. Als ich kurz vor Ende meines Aufenthaltes in Vancouver merkte, wie lange und umständlich meine Heimreise werden sollte, war ich wenig begeistert. Doch es sollte kein Zufall sein. Denn während des mehrstündigen Aufenthaltes am Flughafen von Minneapolis traf ich nach einigen Winterarbeiten in Canada und Hawaii erneut auf die Wale und die Delfine. Auch oben auf meiner alten “Heimatinsel” war ich ein paar Tagen zuvor mit ihnen in Berührung gekommen. Ich sah, wie sie gegenwärtig den gesamten amerikanischen Doppel-Kontinent umgaben, um ihn zu schützen… denn ein tiefer Riss durchzieht ihn, der nun immer mehr auseinander zu driften droht.

Die Wale sind seit Jahrtausenden die Hüter des alten Wissens. Sie sind unsere Ahnen, unsere Grossmütter und Grossväter. Immer mehr von ihnen haben den Planeten in den letzten Jahren verlassen. Es liegt deshalb nun an uns, dieses Wissen von ihnen zu übernehmen, dabei unsere Herzen zu heilen und so wieder zu würdigen Bewohnern und Hütern der Erde zu werden.

Gerade in diesen Tagen waren grosse Gruppen von Walen an der Ostküste des Kontinents gestrandet. Jetzt meldeten sie sich auf ihre Weise… und wir fanden uns zusammen. In den grauen Hallen des Flughafens hörte ich plötzlich ihrem Gesang. Zunächst spürte ich Trauer um dieses schöne Land, das vor gar nicht allzu langer Zeit in eine gefährliche Art von Besatzung hinein geraten war – eine, die nach aussen hin unsichtbar ist und die dann begonnen hat, von da aus die ganze Erde unter ihre Kontrolle zu bringen. Der alte Kontinent von Europa wäre dafür nicht zu gebrauchen gewesen. Hier aber konnte man sich alle Freiheiten nehmen und die Dinge wenn notwendig auch mit Gewalt durchsetzen. Heute lassen sie alle ihre Masken fallen und wir sind nun täglich mit dem ungeheuren Ausmass ihrer kriminellen Machenschaften konfrontiert.

Mehr noch aber wurden hier die Jahrtausende lang gewachsenen Gesellschaften und das alte Wissen mit Mitteln zersetzt und zerstört, die weit über das Begreifen der Menschen hinausgehen. Wir erleben gerade den Höhepunkt davon. Doch dieser Zeitraum geht nun auch zu Ende. Er war kurz und intensiv, verglichen mit den Jahrtausenden und Jahrmillionen, die der Planet bereits durchlaufen hat. Und die Wale haben das alte Wissen weiter getragen. Während ich ihrem Gesang lauschte, sah ich, wie sie sich um den gesamten amerikanischen Kontinent versammelten, um ihn mit seinem alten Wissen zu unterstützen… jetzt, da die Zeit gekommen war.

Vieles nahm in Minnesota einst seinen Lauf. Vor allem Menschen aus den nördlichen Völkern Europas haben sich im neunzehnten Jahrhundert hier sesshaft gemacht… nachdem man die Ureinwohner vertrieben und in Reservate gesperrt hat. “Mni Sota Makoce” bedeutet für die dort einst lebenden Dakota-Stämme “wolkiges Wasser” und sie beschreiben damit ihr Land am grossen Fluss, dem Mississippi, dessen Wässer so klar sind, dass sich die Wolken darin spiegeln, aber auch die grosse Turbulenzen.

Immer schon empfanden sie sich als Teil des Landes, in dem sie leben und auf das sie stolz sind. Sie rühmen ihr Land und seine Schönheit und es ist wie ein Gesang, über den sie sich immer und immer wieder daran erinnern, wie wichtig diese innige Verbindung zwischen Menschen und Erde ist. Durch alles weht für sie der Atem des Grossen Geistes und es ist ihnen deshalb heilig.

Man hat sie unendlich oft gedemütigt und ihnen das Land genommen. Dann hat man es ausgebeutet und es in eine “moderne Welt” verwandelt, in der Profit und Geld über alles geht. Das nennt man Wirtschaft. Und es zerstört sowohl den Geist der Menschen als auch die Erde. Schliesslich hat man begonnen, die Völker zu vermischen und sie gegeneinander aufzuhetzen, wobei ihre jeweiligen Wurzeln verloren gingen und die Augen der Menschen dann nur mehr das Sichtbare sehen konnten. Damit waren sie zu Sklaven einer ausschliesslich oberflächlichen Welt geworden – lenkbar und seelenlos. Eine Saat war gelegt, die zu einem späteren Zeitpunkt aufgehen sollte und schliesslich “geerntet” werden kann.

Einige der Ureinwohner sind später wieder zurückgekehrt und sie halten ihr Land heilig, so gut es ihnen möglich ist. Wie hier, so ist die Situation auf dem gesamten Kontinent… Soeben hat vom Land an diesem grossen Fluss etwas seinen Ausgang genommen, das nun wie ein Lauffeuer um den Planeten geht. Die gewalttätigen Aufstände im Rahmen einer inszenierten Bewegung [1] stürzten die Stadt und ihre Menschen in lange anhaltende Konflikte. Die Saat war aufgegangen. Alles war vorbereitet über Jahre und Jahrzehnte.

Ziel ist immer das Gegenteil von dem, was man den Menschen sagt… und sie werden dabei gegeneinander aufgehetzt, um in diesen verstörenden Zeiten einer vorgetäuschten Virenpanik auf diese Weise auch noch die Reste der menschlichen Gesellschaften zu zerstören. Freilich ist auch das, was diesbezüglich bisher als normal gegolten hat, alles andere als menschenfreundlich und an die kosmischen Gesetze angepasst gewesen. Doch das könnte auch auf andere Weise verändert werden, als durch Angst und noch mehr Zerstörung.

Für uns ist jedenfalls die Zeit gekommen, dass wir das alte Wissen unserer Ahnen wieder übernehmen. Es ist in unserem Körper und im Körper der Erde gespeichert wie in einer riesigen Bibliothek. Und mehr noch erfüllt es alles wie einen Gesang, sobald wir lernen, hinzuhören und in die Weite der Welt unserer Ahnen zu horchen. [2]

[1] es geht hier um “Bewegungen” wie BLM und Antifa, die von den bekannten “Philanthropen” bezahlt werden, um sie für ganz bestimmte Zwecke als Waffe gegen das einzusetzen, was man zerstören will

[2] siehe dazu das Update vom 13.9.2021 “Die Ahnen”

Anmerkung: die alten Berichte zu allen Reisen und Arbeiten sind auf der Bibliotheksseite zu finden https://cepheus.inner-resonance.net/

 

Copyright: Magda Wimmer – Das Feuer hüten

 

 

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