Finale 2

 

Die dreizehnte weise Frau

“Es war einmal…” – damit haben jene Erzählungen begonnen, die als Märchen bezeichnet wurden, mit denen die Volksseele und die Seele der einzelnen Menschen lose, aber dennoch untrennbar verbunden war und zum Teil immer noch ist. Als sich jedoch immer mehr eine “Wissenschaft” etablierte, die den Allein-Anspruch auf die Wahrheit erhob, die alles ausgrenzte, was über das Sichtbare und über den logischen Verstand hinausging und die heute zur neuen Religion geworden ist, an die man einfach zu glauben hat… haben Märchen begonnen, ein stiefmütterliches Dasein zu fristen. Sie wurden dann als halbwahre Geschichten hingestellt, welche von Dingen erzählen, die unwirklich und deshalb in der normalen Welt unwichtig sind.

Stattdessen erzählt man nun tagtäglich Märchen, mit denen man uns “einen Bären aufbindet” und man nennt sie Science-fiction (Filme, Bücher…) – etwas, das einfach nur das Produkt der Verdrehung einer Verdrehung ist. Denn man gibt zunächst damit vor, dass es sich um Wissenschaft (science) handelt und eigentlich um “wissenschaftliche Fiktion”, was in sich selber schon eine Unmöglichkeit ist. Die gesamte Film-Industrie, genauso wie die Pop- und Musik-Welt, ist voll von solchen angeblich “utopischen” Geschichten. Sie erscheinen phantastisch und so, als hätten sie mit Alltag und Wirklichkeit nichts zu tun. U-topisch ist im Griechischen etwas, für das es “keinen Ort” gibt.

Man sagt, es sei etwas Wünschenswertes, das man jedoch nicht in die Wirklichkeit umsetzen könne. Von wem all das, was zum Beispiel von der Filmindustrie hervorgebracht wird, wünschenwert ist, das wird weder öffentlich gemacht, noch sollten wir das je wissen. Es wirkt sowieso stets dunkel und artfremd… Und wenige Jahre später ist es auf magische Weise dann doch Wirklichkeit geworden. Das haben wir besonders in den vergangenen Jahrzehnten viele Male erlebt und es nimmt danach immer öfter einen riesigen Raum in unserer Lebenswelt ein.

Sie erzählen uns also von Dingen, die unterhalten und ansonsten scheinbar wenig mit dem Alltag und dem Leben der Menschen zu tun hat… während im Hintergrund heimlich bereits alle Vorbereitungen getroffen werden. Ist es schliesslich da, dann wiederholt man das Unglaubliche und die Lügen, die damit verbunden sind, solange, bis es fest im Unterbewusstsein, aber auch im Bewusstsein der Menschen sitzt und sie nicht mehr loslässt. Je öfter man alles wiederholt, desto tiefer fräsen sich die neuen und von gewissen Mächten “gewünschten” Dinge und Informationen ein.

Science-fiction ist dann zu einer Wirklichkeit geworden, die die Menschenwelt nicht belebt, sondern sie übernimmt und von innen her zu beherrschen beginnt. Mit den Industrieprodukten für Kultur und Unterhaltung erzählt man uns also gewisse Dinge, damit wir nicht sagen können, wir hätten es nicht gewusst. Als “Märchen” verkleidet verbirgt sich alles vor uns, bis wir dahinter schauen. Und es wird dabei auch sosehr verdreht, dass wir uns verhalten, wie die Produzenten dieser Geschichten es haben wollen. Und so war es eben einmal:

Versteckt hinter den dicken Mauern ihres (Märchen-) Schlosses versuchte das Königspaar ein Kind zu zeugen. Doch mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, war es nur auf künstlichem Wege möglich. Künstlich war ihre Welt, künstlich ihr Reich und künstlich auch ihre Macht. Da kommt der Frosch als Tier der wässrigen Welt von Fruchtbarkeit und Geburt und der Zauberei gerade recht und er weiss, dass der Wunsch der Königin bald erfüllt sein wird.

Nach Art ihrer magisch-okkulten Rituale, die sie anstelle einer schöpferischen Natur installiert hatten, berief der Königshof “die zwölf weisen Frauen” ein, als das gewünschte Kind geboren war, denn es war schön wie aus dem Bilderbuch und es sollte unter “ihrem Segen” stehen. Damals wachte auch noch eine “dreizehnte weise Frau” über dem alten Erdenreich. Die aber musste man fernhalten, weil man wusste, was geschehen würde, wenn sie sich der kleinen Prinzessin nähert. Deren Zukunft war nämlich für das Kunstreich bestimmt und nicht für die freie Wildbahn, wo sich diese wilde Alte aufhielt. Sie würde dem Kunstreich also gefährlich werden.

Um abzulenken und jeden Verdacht abzuwenden, erzählte man später, dass die Dreizehnte das Kind verflucht hatte, während es eigentlich zum Fluch wurde, dass man ihre Kraft ausgeladen hatte. Denn in der Zwölfertaktung ist kein Leben und tot war dementsprechend auch das ganze Reich – schlafend, bis einst wieder die Rosen im dichten Matrixgitter zu blühen beginnen und man die Hecke aufsprengen würde, um die Fortsetzung des Spieles zu garantieren.

Tatsächlich verwandeln würde die Kunstwelt nur derjenige können, der die Kraft der Dreizehn in sich trägt. Denn sie trägt den Rhythmus und den Puls des Lebens in alles hinein und sie würde die Betroffenen dazu inspirieren, sich auf eine höhere Stufe des Lebens zu erheben und sich dadurch aus den enggesetzten Gitterstäben zu befreien, um lebendige Schöpferwesen zu werden. Für die Prinzessin und den Königshof aber verlief es, wie es vorgesehen war.

Die Kraft der Dreizehn sollte sich eigentlich dann aktivieren, wenn ein Mensch in die Zeit seiner Reife und damit in den Übergang zum Erwachsenen-Sein eintritt – was früher einmal ungefähr um das fünfzehnte Lebensjahr geschah. Durch den Einfluss von künstlichem Licht, von Strahlung und ebenso künstlichen Lebensmitteln geschieht das heute früher und manchmal sogar viel früher. Wie schon zuvor im Leben der Prinzessin, so waren auch zu diesem Zeitpunkt König und Königin nicht anwesend. Bei Vertretern des alten Todesmythos ist es eben so. Sie sind im Leben einfach in keiner Weise präsent. Und so geschah mit der jungen Prinzessin, was geschehen musste.

Wie es die “böse dreizehnte Fee” prophezeit hat, würde sie sich mit fünfzehn Jahren an einer Spindel stechen und sterben… weil in einer Kunstwelt das Lebensfeuer nicht aktiviert werden kann und dadurch das Seelen-Innenleben langsam zu sterben beginnt, während die Kunstfigur mitunter nach aussen hin ein reges Treiben an den Tag legt. Die zwölfte Fee aber, die ihren Wunsch noch nicht geäussert hatte, konnte den Tod (als den grossen Verwandler) abwenden und ihn in einen hundertjährigen Schlaf verwandeln. Mit dem jungen Mädchen fiel dann auch der ganze Königshof in den Schlaf, wobei kaum jemand behaupten kann, dass er vorher wach und lebendig war.

Sichtbar für alle wuchs dabei auf magische Weise eine mächtige Dornenhecke um die Schlossmauern, die undurchdringlich, aber vielleicht ein wenig durchlässig war. Sie sollte das Schloss schützen vor Eindringlingen und das gesamte Reich unter die hypnotische Wirkung dieses dichten Gitters stellen. Dornen sind ein zentraler Teil davon. Mit Dornen hat man auch Gottkönige gekrönt, die man dann geopfert hat.

Die Maurerei des adeligen Standes hält die Heckenrose als ihr Wappensymbol hoch, weil sie angeblich ein Zeichen der Liebe, des Genusses, des Glücks sei… wogegen die Religion des Christentums dann aber angelaufen ist, da sie als Symbol des weiblichen Geschlechtsteils und der Menstruation zu erotisch und deshalb obszön sei. Und so hat diese neue Macht sie zum Symbol der jungfräulich entrückten Maria gemacht. Fortan wurde sie auch zum Sinnbild von Verschwiegenheit und Geheimnissen und deshalb in den neuen (geistigen) Überwachungseinheiten und Folterinstrumenten, den Beichtstühlen, installiert. Und die Maurerorden haben damit ihre Totenrituale ausgeschmückt.

Schliesslich ist da noch der Name Dornröschen, den das Mädchen trägt. Die sexuell-schöpferische Kraft in ihr wird in den Schlaf versetzt, als sie gerade erwacht. Jungfräulich entrückt schläft sie nun im königlichen Schloss einen hundertjährigen Schlaf und wartet auf den erlösenden Prinzen. König und Königin haben die Macht über sie, doch auch sie sind in den Schlaf gefallen und der Schlaf ist in diesem Fall eben nicht der “kleine Bruder” des Todes, sondern ein Dahindämmern im angeblich schützenden Mutterleib, für den man sich entscheidet, wenn man keine Verantwortung übernehmen und nie wirklich erwachsen werden will.

In einem hundertjährigen und vermutlich schon mehr als tausendjährigen Schlaf, der vom Schloss aus natürlich das gesamte Reich erfasst hat, kann man langsam eine ganze Menschheit umbauen und umprogrammieren. Freilich ist da im Hintergrund immer ein Prinz, das aufkeimende Bewusstsein, der “die schöne Prinzessin” sehen will. Er ist die Hoffnung für alle und er könnte dafür sorgen, dass die schlafende Kraft der Prinzessin endlich fruchtbar wird. Damit könnte dann die Weitergabe des Thrones eingefordert werden. Doch der Prinz im Märchen trat zum vorgegebenen Zeitpunkt in das Schloss ein und er blieb dort. Die Hochzeit fand statt. Dann aber ging alles weiter wie es war. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist es auch heute kein bisschen anders.

Und dann ist da noch das Schloss. Wozu brauchen Könige eigentlich ein Schloss mit dicken Mauern, die voll sind mit magischen Symbolen und Verbindungen nach aussen? Wer mauert hier auf Erden alles ein? Wer mauert die Städte, in die man Millionen von Menschen hineinschiebt, um sie besser kontrollieren zu können? Wahre Könige sind unter den Menschen, oder? Und sie adeln sich durch ihr Sein, statt durch oft gewalttätige Machtausübung von oben herab.

In einem schlafenden und toten Reich aber gelten andere Gesetze und man braucht Werkzeuge und Techniken, um Leben zu inszenieren und vortäuschen zu können. Dazu sind riesige Systeme und Netzwerke notwendig, die das Ganze in Gang halten und das geschieht am besten durch die Simulierung der Gesetze des Universums. Man ist dabei bereits sehr weit fortgeschritten – vor allem in den Augen eines schlafenden Volkes. Da wird jeder Simulant schnell zum König hochstilisiert, wenn er es nur professionell genug macht.

Zahlen sind in diesem Machwerk und in dieser Herrschaftsform ein grundlegender Teil des Funktionierens einer Gesellschaft, denn sie repräsentieren und aktivieren bestimmte Schwingungen. Schwingung und Frequenz ist Leben… das in diesem Fall simuliert und vorgetäuscht wird. In einer schlafenden Welt ist deshalb Zahlen-Magie der Kleber, der alles zusammenhält und der die Macht der Götter und Könige sichert. Sie ist Teil des Alltags in diesen künstlichen Gesellschaften, des Wissens, der Religionen, der Medizin, der Politik und eben auch der “Baukunst”, wie man sie gerne nennt. Es ist die Kunst des “Maurer-Gewerbes”, das im Hintergrund steht und für die meisten unsichtbar ist. Und sie sagen auch selber, dass diese Art von Wirksamkeit von Zahlen “durch bestimmte gesellschaftliche Vereinigungen wie die Freimaurer”, unterstützt wird.

Schauen wir noch kurz auf zwei ihrer zentralen Zahlen und wenn wir erkennen, sie sie damit umgehen, sollte uns eigenlich ein Licht aufgehen. Die 11, so sagen sie, ist wie die 13 eine verpasste 10 beziehungsweise die verpasste 12. Da Zwölf als Glückszahl gilt, ist die Dreizehn dann automatisch die Unglückszahl – was überall auf der Erde auch stark verinnerlicht wurde. Viele Menschen reagieren deshalb fast panisch, wenn sie mit etwas in Berührung kommen, das diese Zahl trägt. Sie gilt auch als Zahl der Rebellion und der Auflehnung.

Die Elf gilt als die Zahl der Unordnung und der Auflösung. Man ordnet zu und verwendet, wie es gerade passt – wobei höhere Ebenen dieser Maurer-Bünde natürlich genau Bescheid wissen darüber, wie sich auf kosmischer Ebene die Dinge verhalten. Sie verwenden deshalb die Elf als Todeszahl und die Dreizehn repräsentiert ihren Gott: Satan. Einen wirklichen Zugang zur Schwingung dieser Zahlen haben sie allerdings nicht, weil sie aus der Matrix des Todes kommen. Und die braucht die ewige Wiederholung des Gleichen, wodurch es natürlich weder einen Weg heraus aus der Schlafmatrix, noch jemals eine Veränderung geben kann.

Der hundert- oder tausendjährige Schlaf ist noch in vollem Gange und nur einzelne haben bisher versucht, die Hecke zu überwinden. Aber ein Ende ist abzusehen… und viele greifen momentan gerade ständig in die Dornen dieser Hecke. Das ist ein Teil des Aufwachprozesses und er kann schmerzhaft sein. Wer ihn bereits hinter sich hat, weiss, dass die Dornenhecke nur von innen her auflösbar ist. Sobald das Lebensfeuer in uns entfacht ist, verliert sie ihre Macht. Und jeder Einzelne ist im momentanen Prozess des Aufwachens und der Transformation wichtig.

Wir schauen hier also auf eine Welt, die in künstlichem Aktionismus versinkt, während sie innerlich schläft und damit absolut leblos ist. Brot und Spiele, Rundum-Versorgung und Unterhaltung sowie Ablenkung sind darin die zentralen Elemente, die von den Betreibern, den Königinnen und Königen dieser Welt, über die ständige Wiederholung der ewig gleichen Abläufe und Inhalte auf magisch-okkulte Weise ingang gehalten wird und die Beteiligten in Trance belässt. Kein Feuer, kein Leben, keine Begeisterung, kein Geist… Stattdessen Prunk, Machtspiele, künstliche Bühnen, auf denen das aufgeführt wird, was scheinbar Leben ist. Die Gottkönige dieser Welt sind tot und ihre Untertanen schlafen. Genau diese Welt aber hat sich in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten rasant auf dem gesamten Planeten ausgebreitet und mittlerweile alles erfasst, was sich erfassen liess.

*

Nicht nur die wilden Tiere, auch die wilden Frauen dieser Erde sind vom Aussterben bedroht. Im Laufe mehrerer Jahrtausende wurden die weiblichen Urinstinkte systematisch plattgewalzt, abgeholzt, ausgeplündert, unterdrückt, oft auch zubetoniert. Die selbsternannten Verwalter der Erde hielten alles Ursprüngliche, alles Instinktive und Intuitive für eine Bedrohung ihrer Position und folglich auch nicht erhaltenswert. Auf diese Weise wurde das urwüchsig Instinktive, das allen Frauen innewohnt, in eine der dunkelsten Ecken ihrer untergründigen Seelenlandschaften verbannt.

Es ist durchaus kein Zufall, daß wildwuchernde Naturgebiete auf der Erde mit der gleichen Geschwindigkeit dezimiert werden, wie die Erinnerung an unser eigenes innewohnendes Wildwesen nachläßt. Und es ist auch nicht verwunderlich, daß Wölfe, Schakale und ungezähmte Frauen einen ähnlich schlechten Ruf genießen, daß sie gefürchtet, gehaßt und nach Möglichkeit unterdrückt, wenn nicht gar ausgemerzt werden. Schließlich gehören sie dem gleichen instinktiven Archetypus an und werden daher mit Attributen wie bösartig, unersättlich und gefährlich belegt. Die Verfolgung und systematische Vertreibung von Wolfsrudeln in immer entlegenere Regionen des arktischen Eises und anderer unwirtlicher Gegenden spiegelt wider, was Frauen in psychologischer Hinsicht seit Jahrtausenden widerfahren ist.

Kann das vom Aussterben Bedrohte, das so lange Verdrängte und aus unserem Bewußtsein Vertriebene noch gerettet, ins volle Leben zurückgerufen werden? Die Antwort ist: ja, kategorisch, ja.

Clarissa Pinkola-Estés: Die Wolfsfrau

Wolf – gemalt von Sophie JJ

Lilith – die Geächtete

Sehr verhalten wird in den alten Büchern der Religionen aus den letzten paar Jahrtausenden über eine Wesenheit berichtet, die zuerst geachtet und später dann geächtet war. Sie wird als Gottheit bezeichnet, die das Leben auf der Erde hervorbrachte, es nährte und im Gleichgewicht hielt. Vermutlich war sie einst der Inbegriff des polaren Gleichgewichts von Männlich und Weiblich… Und erst viel später wurde sie von etwas übermalt, das bereits eine tiefe Spaltung der beiden Pole zum Ausdruck bringt. Im Update “Eulenmagie” habe ich im Jahr 2020 folgendes geschrieben:

(Es präsentierte) sich nun eine Figur, die in der sumerischen Mythologie auftaucht, sich aber auch in anderen Erzählungen des mittleren und nahen Ostens zeigt, nämlich Lilith. Den einen galt sie als Himmelskönigin, anderswo war sie die erste Frau Adams und schliesslich sei sie eine Verbindung mit den Dämonen eingegangen und “Gott” musste sie dafür bestrafen, wer auch immer plötzlich dieser Gott war – nach einer Zeit, in der es auch Himmelsköniginnen gab, wie eben Lilith eine war. Sie galt als Schöpfungsgöttin und war damit Gebieterin über Leben und Tod, über Werden und Vergehen… und das Tier, das ihr zugeordnet wurde, war die Eule. https://inner-resonance.net/2020/06/29/eulen-magie/

Hier ist zunächst anzumerken, dass mit Adam einfach “der Mensch” bezeichnet wurde. Und seine Gefährtin war Adamah. Beide waren hochstehende, vollwertige Lebewesen… geschaffen als Ebenbild Gottes, von dem es bis in die ägyptische und sumerische Hochkultur hinein allerdings eine Vielzahl gab. Das steht auch am Beginn der biblischen Schöpfungsgeschichte geschrieben, nämlich dass “die Götter” Himmel und Erde schufen – die Elohim und nicht ein einzelner Gott, also El.

Dann jedoch schien etwas geschehen zu sein und “der Mensch” stürzte aus dem Paradies. Die meisten Menschen hören Zeit ihres Lebens nie etwas von Lilith, doch in den alten Kulturen war sie durchaus sehr präsent. Lilith ist der Inbegriff für die Urkraft der Erde, die später jedoch und eigentlich erst seit ein paar tausend Jahren in den (neuen) Königs- und Gotteshäusern gefürchtet war und die man als die böse Fee, die Hexe, die gefährliche Dreizehnte ausgrenzte, ächtete und verfolgte. Was war geschehen?

Von Lilith wird im Talmud (einem jüdischen Lehrbuch) erzählt, dass Gott sie als die erste Frau von Adam geschaffen habe und sie sich aber nicht, wie vom neuen Gott-Herrscher verlangt, ihm unterwarf, sondern Ebenbürtigkeit einforderte: ein Sakrileg – abgesehen von der Frage, wer zuerst kam? Lilith oder dieser neue Gott? Auch hier gibt es natürlich viele Schattierungen und verschiedene Geschichten, aber es geht vor allem darum, dass eine, die an jenem Neubeginn nach der Zerstörung von Atlantis und der darauffolgenden Eiszeit noch als Himmelsgöttin und Urmutter bekannt war, in späteren Erzählungen als eine von Gott bestrafte und in den dämonischen Bereich gefallene Göttin dargestellt wird … dem dann natürlich die Dämonisierung alles Weiblichen und Mütterlichen folgte. Wann dämonisiert man jemanden? Vielleicht dann, wenn man ihm nicht gewachsen ist, ihn aber loshaben will, weil er die eigene (Pseudo) Macht behindern würde? Opfert man vor der Eule im Hain also die Kinder der Eule, der Lilith, um sie damit weiter zu bestrafen und zu unterwerfen?

Die Dämonisierung als Anti-biotikum gegen alles, was leben-gebend und lebendig ist… das zeigte sich dann kurz bevor die Sonnenwende stattfand. Und Antibiotika sind bis heute ein wesentlicher Bestandteil, um gegen das Leben vorzugehen und es unter Kontrolle zu bringen. Bakterien sind eigentlich die  grossen Bereiniger, wenn “der Hut brennt”. Zerstört man sie einfach, dann können sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen… und dann übernimmt eine “andere Macht” die Kontrolle.

Überall zeigen sich die Auswirkungen dieses Vorgehens seit Tausenden von Jahren und besonders auch im Bereich der medizinischen Therapie. Es gäbe ganz andere Mittel, aber das Wirken der Urkraft (der Urmutter) ist dämonisiert und in die Unterwelt geworfen worden. Das ist der Boden, auf dem sich Krebs entwickeln kann und damit erscheint nun auch das Krebszeitalter in einem ganz anderen Licht. https://inner-resonance.net/2020/06/29/eulen-magie/

Lilith scheint sowohl auf der symbolischen als auch auf der rein praktischen Ebene in der Alltagswelt der Menschen wichtig gewesen zu sein, weil es da um die Feuerkraft als Lebenskraft auf Erden geht, die dann aber mit ihr oder über sie gebrochen wurde. Man bezeichnet sie im Sumerischen als „Göttin des Windes in grosser Höhe“ und damit als eine Himmelsgöttin, die den erdgebundenen Menschen dazu verhalf, sich in höhere geistig-seelische Ebenen hinein zu erheben. Sie galt ursprünglich als eine ausgesprochen sinnliche Mutter- und Schöpfungsgottheit, die ihr Schöpfungsfeuer hütete und lebte. Man nannte sie damals Lildu. Im Arabischen heisst sie Laila.

Aus dem Hebräischen und damit aus der neuen (jüdischen) Religion erfährt man dann aber, dass sie dort als Nachtwind, Nachtdämon und als die Nächtliche dem dunklen Bereich zugeordnet wurde. Als weiblicher Dämon erfuhr sie nun eine furcht-betonte Ablehnung und die Verleumdungen, mit denen sie “vom Himmel geholt wurde” erinnern sehr stark an spätere Hexenverfolgungen. Sie wurde dann auch nach und nach ersetzt von einer anderen, einer viel jüngeren Göttin, nämlich von Inanna, die vom Himmel kam und in die Unterwelt der Menschen hinunter stieg, um deren Thron einzunehmen. Ein klassischer Fall der Einmischung der Götter, die von aussen kamen. Sie nahm den Lebensbaum der Erde ein und Lilith wurde verjagt. Inanna [1] ist die Tochter von Enki, dem Sohn von Anu, der sich lange zuvor bereits die Erde untertan gemacht hat. Dazu wiederum gibt es die Geschichte von seiner Mutter, der berühmt-berüchtigten Königin von Atlantis, die ein grosses Naheverhältnis zu Isis hat – der “Gebärerin des Todesmythos”, mit dem man sich die Erde und die Menschen zu unterwerfen versucht hat. Der Kreis schliesst sich.

Die Menschen waren fortan aus dem Paradies vertrieben und die Frau (Eva) hatte sich dem Manne unterzuordnen und diesen neuen, jüngeren Göttern gegenüber folgsam zu sein. Sexualität aus Ausdruck des schöpferischen Lebensfeuers wurde tabuisiert und mit krankmachenden Ideen belegt. Da ist also etwas geschehen… etwas, das vor allem die vergangenen fünf- bis sechstausend Jahre auf dem Planeten geprägt hat. Vermutlich hat es in den Jahrtausenden zuvor bereits begonnen, weil auf einer grösseren Ebene vorbereitet worden war. Ritueller und sonstiger Missbrauch ist daher heute im verschlafenen Reich mit dem Dornenhecken-verwachsenen Schloss die geheime Grundlage einer Macht, die das lebendige Feuer in den Menschen erstickt, um sie in ihrer Pseudowelt gefangen halten zu können.

Die Frau wurde also, nachdem die Erde sich nur schwer aus dem eisigen Griff eines Zeitalters lösen konnte, das sie eigentlich mit der Wärme und Fülle einer goldenen Zeit versorgen sollte (wie es eben jeweils im Löwe- und Wassermann-Zeitalter der Fall ist)… mit dem Mond gleichgestellt, den es zuvor noch nicht gab und der alles nun ganz anderen Gesetzen unterwarf. Manche alten Völker erinnern sich noch an die Zeit, in der die Erde noch keinen Mond als Trabanten hatte. Im selben Schachzug wurde die Sonne zum Symbol des einzig wahren Gottes erhoben, der in Wirklichkeit eine Horde von Göttern war, welche sich aus bestimmten Gründen die Erde als ihre Spielwiese auserkoren hatten.

Lilith findet sich auch in heutigen Horoskopen wieder und zwar als der “schwarze Mond”, der eigentlich noch weniger ein Himmelskörper ist, als der andere Mond. Vielmehr ist es ein aus der Umlaufbahn des Mondes errechneter Punkt… der angeblich die “im Dunkeln” liegende Seite der Weiblichkeit aufzeigt. Und für den, der sich weigert, die Lektion daraus zu lernen, kann Lilith die Todbringerin sein. Denn sie sei “das Blut, aus dem alles entstand” und sie kann dem Ganzen auch ein Ende setzen. Wenn es um die Blutrituale geht, wie sie hier beschrieben sind, genauso wie um die überall nun an die Oberfläche kommenden Pädophilen-Ringe, dann ist dieser Punkt bestimmt ein ganz wesentlicher. https://inner-resonance.net/2020/06/29/eulen-magie/

Die dreizehnte weise Frau und Lilith haben vieles gemeinsam und auf einer bestimmten Ebene sind sie auch ident. Ihre Geschichten berühren verschiedene Bereiche. Beide aber zeigen auf, wie die Feuerkraft in den Menschen blockiert und zerstört wurde.

 

Die Feuerkraft der Dreizehn

Ausgehend von einem Urkontinent MU, der im Erdgedächtnis immer noch vorhanden ist, gab es stets neue Stufen der Entwicklung – sowohl auf unserem Planeten als auch bei seinen Bewohnern. LeMurien schien bereits eine Aufteilung der ursprünglichen Kontinental-Platte in mehrere Unter-Kontinente darzustellen. Und auf ihnen entfalteten sich im Laufe von Äonen neue Völker und Menschentypen. Immer wieder versanken ganze Kontinente und andere tauchten aus den Ozeanen auf. Oft waren es natürliche Bewegungen oder auch Naturkatastrophen, wie man zu sagen pflegte. Die Hopi selber führen manche dieser Bewegungen auf das Fehlverhalten der Menschen zurück. In einem Fall aber sprechen sie explizit von einem Angriff von aussen, als nämlich jene Kontinente auftauchten, auf denen wir heute noch leben.

Sie sprechen auch vom Kontinent im Osten, auf dem ein anderes Volk lebte – eines, das nach ganz anderen Grundsätzen lebte, als sie selber. Anfänglich scheint es ein Volk gewesen sein, das technisch fortgeschritten war und das gekommen ist, um einerseits von den Erdenvölkern zu lernen und sie andererseits dazu anzuregen, sich über ihre archaische Struktur hinaus zu bewegen und damit sich selber und die Erde auf eine neue Entwicklungstufe zu befördern.

Dann aber ist etwas geschehen, womit keiner gerechnet hat: das Volk im Osten wurde auf eine bestimmte Weise unterwandert und von einer Macht übernommen, die bis heute noch “fest im Sattel” zu sitzen scheint. Bei einem genaueren Blick darauf wird jedoch sichtbar, dass sie nun bröckelt und zwar unwiderrufbar. Diese Macht hat im Verlauf der Zeit die Strukturen und damit auch die Geschichten der Völker verändert, auf denen ihre Lebenswelt aufgebaut war. Und sie hat es jeweils in so kleinen Schritten gemacht, dass es lange nicht merkbar war. Bis die sichtbaren Veränderungen schliesslich da waren… und man nichts mehr daran ändern konnte. Genau das ist es, was wir heute auch ständig erfahren.

Das Trauma von grossen Katastrophen (wie dem Untergang von ganzen Kontinenten), von zahllosen Kriegen genauso wie die scheinbare Götter-Übermacht – all das hat Massen von Menschen zurückfallen lassen in teils sehr archaische Strukturen und Verhaltensweisen, die ihnen heute sogar noch als fortschrittlich und intelligent verkauft werden. Damit ist auf lange Zeit der natürliche Verlauf der Entwicklung unterbrochen und mitunter auch ganz brutal abgeschnitten worden. Wir finden uns deshalb jetzt in einem Stadium wieder, das zum Teil noch hinter die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurückgeht, während wir nach aussen als moderne und hoch-technisierte Zivilisation erscheinen. Die Voraussetzungen zum Überleben einer solchen Zivilisation ist eher als gering einzuschätzen.

Beide grossen Kulturen repräsentieren jeweils einen Pol jener Einheit, die notwendig ist, um eine neue Reife-Stufe zu erreichen. Sie waren beide reich an Kräften, Erfahrungen und Einsichten in die Funktionsweise eines Planeten, der noch auf einer sehr grundsätzlichen Ebene schwingt. Doch sowohl das naturverbundene Leben in seiner festen Sippenstruktur, als auch das hochrationale Vorgehen einer technisierten Gesellschaft hatten ihre Defizite. Beides hat seine Zeit und seine Bedeutung: sowohl die Rhythmen und Zyklen der Natur, als auch die sich darüber hinaus erhebende Kraft des reinen Verstandes. Und sie sind für eine Zivilisation, die sich auf dem Weg zu einer höhere Stufe ihrer Entfaltung befindet, grundlegend. Das Verbindende zwischen beidem ist der Geist als bahnbrechende Form des Lebensfeuers hinein in ein volles Bewusstsein. Er ist die formende Kraft, der beide Pole braucht, um das Feuer zu zünden: den weiblichen und den männlichen.

Erst, wenn dieses Feuer gezündet ist, hat er die Fähigkeit, sich über das Bestehende hinaus zu erheben. In einer so tief schwingenden Realität wie derjenigen, die wir hier auf dem Planeten Erde vorfinden, ist es jedoch mitunter sehr anstrengend, diese geistige Ebene zu erreichen. Sie wird deshalb auch von den Wenigsten aktiv gesucht. Erst, wenn wir aus irgendwelchen Gründen dazu gezwungen werden, lassen wir uns möglicherweise dazu herausfordern. Momentan stehen wir genau in einer solchen Situation.

Als ich damals durch die Länder der Maya wanderte, schien sich meine Welt bis ins Unendliche zu öffnen. Trotz der oft befremdlichen kulturellen Gegensätze und mehr noch der politischen Überfremdung, erschien mir vieles einfach vertraut und wie aus Welten kommend, die ich zutiefst kannte. Dennoch ahnte ich in keiner Weise, dass die Geschichte dieses Volkes eine noch viel grössere war… und es war gut so, um unvoreingenommen tun zu können, was zu tun war – bis sich alles schliesslich zu entschlüsseln begann. Das war vor etwas mehr als zwei Jahren und kurz bevor die alte Welt vor unser aller Augen zu kollabieren begann.

Illustration: Kristen Scholfield-Sweet, Canada

In meinem ersten Buch über die Maya [2] steht folgendes geschrieben: Wie alle Urvölker, so sehen sich auch die Maya als Geschöpfe dieser Erde. Gleichzeitig aber betonen sie, dass sie von den Sternen kommen. Das ist der Grund, warum sie eine Kultur geschaffen haben, die die gewaltigen Zusammenhänge zwischen dem Universum, der Erde und den Menschen aufzeigt. Man nennt sie die Hüter der Zeit und des Universum, weil sie riesige Zeiträume ebenso wie die Umlaufbahnen vieler Planeten genau gemessen haben. Und nicht nur das: Sie haben darauf hingewiesen, dass alles miteinander in Verbindung ist und dass wir, die Menschen, ein Teil davon sind. Es gibt für sie keine Trennung, vielmehr beeinflusst jedes kleinste Teilchen alles andere, und jeder Gedanke kann grosse Veränderungen bewirken.

Deshalb ist auch die Zeit für die Maya bei weitem mehr als das, was man messen kann. Zeit ist für sie eine Spirale, ohne Anfang und Ende. Zeit hat viele Bedeutungen, sie ist lebendig, wie die Luft, die wir atmen. Wie alles um uns herum aus kleinsten Teilchen besteht und mit Licht und Energie geladen ist. so auch die Zeit. […]

Durch Beobachten und Berechnen von Himmelsbewegungen sowie durch ihre starke Verbindung zur Erde und zum Universum fanden die Maya Zugang zu den Geheimnissen des Lebens. Damit dieses Wissen nicht mehr in Vergessenheit geriet, meißelten sie es in riesige Steinplatten und in ihre Tempel. Sie besaßen den Schlüssel der Weisheit und konnten damit eine Tür öffnen in die erstaunliche Welt des Lebens. Und sie taten das mit einer Genauigkeit, die für uns heute beinahe unvorstellbar ist.

Für die Maya wie auch für andere Urvölker, die – wie wir gesehen haben – zu einem Grossteil eine gemeinsame Vergangenheit haben, gibt es nur eine Energie und damit ein Grundmuster des Lebens, das sich überall auf gleiche Weise zeigt. Auch die moderne Wissenschaft erahnt diese Tatsache heute langsam. Die Maya nannten diese Grund-Energie “Tzolkin” und es ist das, was wir heute unter “dem Maya-Kalender” verstehen. Es sind zwanzig Symbole, über die das Wesen des Göttlichen ausgedrückt wird, verwoben mit der universalen Schwingung, ausgedrückt durch dreizehn Zahlen. Das, so sagen sie, ist das Webmuster des Universums und deshalb ihr heiliger Kalender, der sie tagtäglich an diese Zusammenhänge erinnert und sie gleichzeitig selber hineinwebt in diese Urkraft.

Den Mayas war klar, dass dieses Wissen auf lange Zeit in Vergessenheit geraten würde. Sie wussten aber auch, dass eine Zeit kommen würde, in der man sich wieder daran erinnert. Deshalb erfanden sie einen Webstuhl, der die Wirklicheit durch ein Muster von Zahlen und Zeichen erfassen kann, sodass alle es verstehen können – wenn die Zeit gekommen ist. [3]

Eine Welle von dreizehn Zahlen oder Schwingungen hat in der Zahl “Sieben” ihren Brechpunkt und damit geht sie wieder nach unten, hinein in eine neue Welle und eine neue Dynamik. Nimmt man die Dreizehn heraus, dann werden die Energien endlos nach oben schiessen – allerdings ohne Dynamik und ziellos. Das ist das, was die “westliche Zivilisation” zutiefst prägt, in der es zwanghaft immer höher und immer weiter geht, während die Lebenskraft schläft. Das ist Irr-sinn und sinnlos.

Grundgelegt ist diese fehlende Dynamik in einem starren Gitter, das man über den Planeten gelegt hat (360°) und mit dem man die “lineare Zeit” zu messen vorgibt. Alles ist dabei auf die Zwölf ausgerichtet oder in Einheiten, die Zwölf ergeben oder durch diese Zahl teilbar sind. Ein Tag besteht aus zweimal zwölf Stunden zu jeweils sechzig Minuten, sodann gibt es zwölf Monate mit einer jeweils völlig unlogischen Anzahl von Tagen, zwölf Tierkreiszeichen… um nur die markantesten Bereiche zu nennen.

All das erzeugt statt eines lebendigen Universums ein “Spiegel-Kabinett”, in dem jeder sich nur mehr selber sieht. Und wir erinnern uns an die “atlantische Königin”, die so tief in diese Unter-Welt hinein gefallen war, dass es für sie notwendig war, sich in “ihrer Schöpfung” zu spiegeln – wozu natürlich auch das “Spieglein, Spieglein an der Wand”-Syndrom gehört: der Drang, die Beste, die Schönste, die Wichtigste, die Erfolgreichste zu sein. Das ist das, worüber man alle zu stürzen droht, die noch die Kraft der Dreizehn in sich tragen – wie etwa Lilith, Cassiopeia und jede Wolfsfrau unter uns.

Im Jahr 1998 sind in der Hauptstadt von Guatemala viele Stammesvertreter der Völker von Nord-, Mittel- und Südamerika zu einem grossen Kongress zusammen gekommen. Es ging dabei unter anderem um die Frage, ob man vielleicht den Mayakalender weltweit einführen könne. Ein amerikanischer Maya-Guru, der damals viele Gefolgsleute hatte, trat auf die Bühne und sprach davon, dass er mit dem Papst und Vertretern anderer Religionen gesprochen habe und sie würden eine solche Einführung des Mayakalenders befürworten – und zwar nach seiner Zählweise (die eine völlig andere war als jene, die in den Maya-Ländern vorzufinden waren).

Daraufhin wurde es absolut still im Saal. Die Vertreter der Maya-Völker blickten einander an und schwiegen eine Weile. Dann ging der Oberste von ihnen zum Mikrophon. Er bedankte sich für die Erforschungen ihres Kalenders in der westlichen Welt und für die Mühen hinsichtlich einer weltweiten Einführung. Wieder schwieg er… um dann darzulegen, dass dieser Kalender schon seit vier Millionen Jahren von ihnen verwendet werde und er diesbezüglich zuerst das Volk fragen müsse.

Es war ein Eklat für die eine Seite, die auf eine bestimmte Weise versucht hat, die Kontrolle über diese “Welt” zu erlangen, ohne jemals mit den Menschen zusammen gekommen zu sein oder ihre Länder zu kennen. Auf typische Weise sind dabei “zwei Welten” aufeinander geprallt – die “Westliche” und die der Urvölker. Der Maya-Oberste hat das dann auch noch einmal deutlich gesagt, indem er darauf hinwies, dass die Wissenschaft im Westen zwar sehr viel wisse, sie aber die Zusammenhänge in keiner Weise verstehen könne.

Die Zusammenhänge verstehen würde bedeuten, in jener Ur-Energie zu schwingen, von denen diese Völker und ihre Geschichte Zeugnis ablegen. Nur die äusseren Verhältnisse verändern zu wollen und dabei in der Taktung der “alten Welt” zu verbleiben – das ist das Problem der gesamten westlichen New-Age-Welt. Und es kann nicht funktionieren. Es stellt sich deshalb die Frage, ob und wie es möglich sein wird, beide Welten zusammen zu bringen. Oder auch, ob wir etwas hinter uns lassen müssen, um in unsere ureigene Lebendigkeit zurückkehren zu können. Anhand der Geschichte von Lilith und der Dreizehnten Weisen Frau haben wir bereits gesehen, wo ein Grundproblem dafür liegen könnte. Der Umgang mit dem, was die Zahl Dreizehn repräsentiert, lässt uns erahnen wie tiefgehend dieses Thema ist.

Copyright: Magda Wimmer – Das Feuer hüten

 

[1] später in Babylon auch Ishtar genannt / [2] Die Maya. Weber der Zeit, Spieler des Universums”, (München, 2000) / [3] Die Maya, S.33f

 

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